Die Gesellschaft polarisiert sich – nicht nur im privaten Umfeld. Auch am Arbeitsplatz werden Führungskräfte immer häufiger mit extrem rechtem oder verschwörungsideologischem Gedankengut konfrontiert. 

Führungskräfte und Personalverantwortliche sehen sich Situationen gegenüber, die rechtliche Unsicherheit erzeugen und die Unternehmenskultur belasten: Ein Mitarbeiter erscheint im T-Shirt einer Rechtsrock-Band am Arbeitsplatz. Eine Mitarbeiterin tritt öffentlich als Rednerin bei verschwörungsideologischen Demonstrationen auf. Rassistische Chats von Kolleg*innen finden den Weg in die Öffentlichkeit. Damit stehen Führungskräfte und Personalverantwortliche zunehmend vor der Frage, was sie tun können, was sie tun dürfen oder auch, was sie tun müssen.

Dieses Seminar vermittelt Ihnen konkrete Handlungsoptionen, rechtliche Orientierung und präventive Strategien für den Unternehmensalltag: Was ist am Arbeitsplatz verboten, was liegt noch im Schutzbereich der Meinungsfreiheit? Welche arbeitsrechtlichen Maßnahmen – von der Abmahnung bis zur fristlosen Kündigung – sind unter welchen Voraussetzungen zulässig? Was kann ich präventiv in meiner Einrichtung unternehmen, um meinen Handlungsspielraum in solchen Fällen zu vergrößern? Und wie kann ich Unternehmenskultur so gestalten, dass demokratiefeindliche Positionen keinen Raum haben? 

Inhalt

  • Extrem rechtes und verschwörungsideologisches Gedankengut im Betrieb: Erscheinungsformen und Handlungsdruck
  • Meinungsfreiheit und ihre Grenzen: Was ist am Arbeitsplatz erlaubt, was nicht?
  • Verhalten in der Freizeit: Wann entstehen arbeitsrechtliche Konsequenzen auch außerhalb des Betriebs?
  • Rassistische und demokratiefeindliche Äußerungen in sozialen Medien und privaten Chats: Rechtliche Einordnung und Handlungsmöglichkeiten
  • Abmahnung, Versetzung, ordentliche und fristlose Kündigung: Voraussetzungen und Risiken
  • Prävention: Unternehmenskultur und demokratischen Konsens aktiv gestalten
  • Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats
  • Besonderheiten bei gemeinnützigen und wertegebundenen Organisationen

Methoden

Am Vormittag wird Michael Nattke, Geschäftsführer des Kulturbüro Sachsen, in das Thema einführen und gemeinsam mit den Teilnehmenden Fallbeispiele aus der Praxis erarbeiten. Am Nachmittag übernimmt Rechtsanwältin Dr. Tina Lorenz und setzt den arbeitsrechtlichen Rahmen.

Zielgruppen

Geschäftsführung, Führungskräfte, Personalverantwortliche sowie Betriebsräte aus Unternehmen und Organisationen aller Branchen – insbesondere aus dem sozialen, gemeinnützigen und öffentlichen Sektor

Dozent*in

Tina Lorenz

Dr. Tina LorenzRechtsanwältin, Fachanwältin für Arbeitsrecht

Michael NattkeGeschäftsführer Kulturbüro Sachsen e.V.