Die berufliche Weiterbildung in der Sozialen Arbeit muss sich weiterentwickeln, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Angesichts des prognostizierten Fachkräftemangels sind kontinuierliche Kompetenzentwicklung und innovative Lernmethoden entscheidend. Nur mit gezielten, praxisnahen und flexiblen Weiterbildungsangeboten können soziale Einrichtungen zukunftsfähig bleiben.
Projektziele
Hier setzt unser Projekt WEITER – Transformation durch Weiterbildung an. Es zielt darauf ab, die berufliche Weiterbildung in der Sozialen Arbeit weiterzuentwickeln und soziale Organisationen bei aktuellen Herausforderungen zu unterstützen. Dabei liegt der Fokus auf drei Kernaspekten:
- Transformation der Weiterbildung durch die Entwicklung neuer, praxisnaher Lernmethoden und Veranstaltungsformate
- Unterstützung sozialer Organisationen bei der Bewältigung von Veränderungsprozessen, insbesondere in den Bereichen Fachkräftebindung, Digitalisierung und New Work
- Stärkung des Stellenwerts beruflicher Bildung, um die kontinuierliche Kompetenzentwicklung als zentralen Bestandteil der Sozialen Arbeit zu etablieren
Für das bis August 2026 laufende Projekt WEITER sind Wissen, Erfahrung, Innovation, Transfer, Empowerment und Resilienz die sechs konzeptionellen Leitlinien:
Konzeptionelle Leitlinien
Wissen ...
... ist die Grundlage für die Praxis der Sozialen Arbeit. In Zeiten des Fachkräftemangels wird die Wissensvermittlung zum Schlüsselfaktor, um neue Mitarbeitende schnell und gezielt in die Arbeit einzubinden und alle Mitarbeitenden dauerhaft zu stärken. Darüber hinaus ist kontinuierliches Weiterlernen eine Grundvoraussetzung, um Veränderungen fachlich fundiert und persönlich gestärkt mittragen zu können.
Erfahrung ...
... ist ein Schatz, der den Generationendialog in sozialen Unternehmen unterstützt. Fortlaufender Austausch und Wege für eine gelungene Weitergabe praxiserprobter Lösungsansätze sichern Arbeitsprozesse nachhaltig und stärken den Zusammenhalt von Teams.
Innovation ...
... erleichtert die Arbeit. Sie im Team zu verankern und die Akzeptanz neuer Herangehensweisen zu stärken, gehört zu den Aufgaben unternehmensinternen Lernens: Weiterbildung in der Sozialen Arbeit muss Raum für innovative Lernformen bieten, um den Anforderungen von Fach- und Führungskräften sowie den Rahmenbedingungen in sozialen Organisationen gerecht zu werden.
Transfer ...
... bedeutet, Wissen nicht nur aus der Weiterbildung in die Praxis zu überführen, sondern es auch gezielt innerhalb des Unternehmens sowie zwischen sozialen Organisationen weiterzugeben. So wird Wissen zur gemeinsamen Ressource und stärkt die Soziale Arbeit als Ganzes.
Empowerment ...
... erweitert die eigene Handlungsfähigkeit und stärkt das Selbstvertrauen von Fachkräften in der Sozialen Arbeit. Grundlage dafür kann ein von Vertrauen geleiteter, partizipativer Führungsstil sein.
Resilienz ...
... ist die Fähigkeit, auch unter hohen Belastungen gesund und leistungsfähig zu bleiben. Soziale Organisationen werden zukunftsfähig, wenn sie stabile Strukturen schaffen und erhalten, Resilienz in ihren Teams fördern und in gesundheitsbezogene Weiterbildungen investieren.
Zwischenergebnisse
Entwicklung und Erprobung neuer Rubriken und Formate
Um soziale Organisationen besser für Weiterbildungen zu begeistern, müssen Weiterbildungsträger inhaltlich und methodisch auf neue Herausforderungen eingehen. Das Projekt WEITER hat deshalb die Seminarrubrik „Digitalisierung und Transformation“ ins Leben gerufen. Diese Rubrik fasst Seminarthemen zusammen, die konkret bei Transformationsaufgaben unterstützen, und macht die entsprechenden Angebote leichter auffindbar.
Im Rahmen des Projekts konnten zudem neue Seminarthemen konzipiert und neue Dozent*innen akquiriert werden. Das Seminarprogramm und speziell die Rubrik „Digitalisierung und Transformation“ bedienen damit in umfangreicherem Maß als bisher die Nachfrage nach Weiterbildungen zu KI, modernen Arbeitsweisen und Veränderungsprozessen.
Zusätzlich testete das Projekt-Team E-Trainings auf ihre technische Umsetzbarkeit und Attraktivität für Nutzer*innen. Die schrittweise Integration dieser Formate in das reguläre Weiterbildungsprogramm ist erfolgt. Das Projektteam beobachtet, inwieweit das Format nachhaltig den Bedürfnissen der Zielgruppe entspricht.
Durchführung und Auswertung einer Bedarfsumfrage
Das Projektteam hat von Dezember 2025 bis Januar 2026 eine Umfrage zum Weiterbildungsbedarf unter Fach- und Führungskräften der Sozialen Arbeit in Sachsen durchgeführt.
Zu den zentralen Ergebnissen gehört der Befund, dass eintägige Präsenzseminare zu den am meisten bevorzugten Formaten gehören. Abgefragt wurden unter anderem auch Gründe, die eine Teilnahme an Weiterbildungen verhindern: Eine hohe Arbeitsbelastung sowie fehlende Freistellungen von der Arbeit zählen hier zu den Haupthinderungsgründen. Technische Hürden spielen für die Teilnahme an Online-Formaten dagegen kaum mehr eine Rolle.
Die Ergebnisse der Befragung fließen in die laufende Programmplanung ein. Zudem entwickelt das Projektteam die aktuelle Befragung weiter – sie soll künftig regelmäßig stattfinden.
Anpassung interner Prozesse und Arbeitsweisen
Im Rahmen des Projekts WEITER hat das Team mit Blick auf Nutzer*innenbedürfnisse Buchungs- und Verwaltungsprozesse vereinfacht – sowohl für das offene Seminarprogramm als auch für den Bereich Inhouse-Schulungen. Interne Abläufe konnten noch stärker digitalisiert werden.
Darüber hinaus erprobt das Team selbst moderne Arbeitsweisen, unter anderem durch den Einsatz neuer Methoden und Technologien wie Künstlicher Intelligenz (KI).
Verbandsmagazin: Heftschwerpunkt „Gemeinsam lernen. Zukunft sichern.“
Neben zahlreichen Veröffentlichungen rund um modernes Arbeiten und Weiterbildung in der Sozialen Arbeit (siehe unten) verantwortete das Projektteam den Heftschwerpunkt des Magazins anspiel. des Paritätischen Sachsen im März 2026.
Unter dem Titel „Gemeinsam lernen. Zukunft sichern“ sind Artikel zu den Themen Lernkultur, Weiterbildung als Unternehmensstrategie und Bausteine für modernes Arbeiten erschienen. Darüber hinaus gibt das Heft Einblicke in die Arbeit des Verbandes als Weiterbildungsträger und bezieht auch die Dozent*innenperspektive mit ein.
Veröffentlichungen im Projekt WEITER (Auswahl)
Projektvorstellung: Wir machen WEITER - machen Sie mit!
Wie New Work die Soziale Arbeit verändern kann
Routine ade, Gießplan olé - ein Arbeitsplatzexperiment
Zukunft Lernen – wie Weiterbildung morgen aussieht
Wissen in Gefahr: Warum soziale Organisationen den Wandel nicht verschlafen dürfen
Neu: E-Trainings – flexibel weiterbilden, wann und wo es passt
Impulse vom 83. Deutschen Fürsorgetag: Transformation und Fachkräftesicherung
Modernes Arbeiten in der Sozialen Arbeit: Was wirklich zählt
WEITER – Transformation durch Weiterbildung ist ein Projekt des Paritätischen Sachsen. Es richtet sich an Beschäftigte und Ehrenamtliche in der Sozialen Arbeit und im Bildungsbereich in Sachsen.

Wenden Sie sich bei Fragen oder Anregungen an:

Karolin AmlungTeamleitung Weiterbildung/Referentin Weiterbildung

Saskia EnglerMitarbeiterin Weiterbildung und Digitalisierung/Projekt WEITER
