Viele Vereine und Initiativen stehen vor der Herausforderung, neue Ehrenamtliche zu finden. Menschen am Übergang in den Ruhestand sind dabei eine Zielgruppe, die oft unterschätzt wird. „Der Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand ist eine Phase der Neuorientierung. Viele Menschen sind hier besonders offen für neue Aufgaben und Engagements“, erklärt Dr. Tom Motzek, Gerontologe und Gesundheitswissenschaftler.
Bereicherung für beide Seiten
Für Vereine und Initiativen bringen Ruheständler*innen wertvolle Ressourcen mit: langjährige Erfahrung, Fachwissen und häufig eine ausgeprägte Motivation. Zudem sind viele Menschen im Ruhestand zeitlich flexibler als jüngere Ehrenamtliche.
Doch auch die Engagierten selbst profitieren von einem Ehrenamt. „Viele suchen im Ruhestand nach Struktur, Sinn und dem Gefühl, gebraucht zu werden“, so Motzek. Ein Ehrenamt kann genau das bieten: Es fördert soziale Kontakte, stärkt das Selbstwertgefühl und wirkt sich nachweislich positiv auf die körperliche und psychische Gesundheit aus.
Bedürfnisse der Generation 55+
Wer (angehende) Ruheständler*innen für ein Ehrenamt gewinnen möchte, sollte ihre Bedürfnisse kennen. Die Generation 55+ ist vielfältig – unterschiedliche Lebensläufe und Erfahrungen prägen ihre Erwartungen, und viele möchten ausdrücklich nicht als „Senior*innen" angesprochen werden.
Besonders wichtig sind ihnen Selbstbestimmung und Mitgestaltung - klassische, starre Strukturen wirken eher abschreckend. „Diese Generation möchte sich nicht festlegen, sondern erst ausprobieren, was zu ihr passt“, betont Tom Motzek. Flexible und projektbezogene Einsatzmöglichkeiten sind daher besonders gefragt.
Erfolgreiche Ansprache und passende Rahmenbedingungen
„Am besten erreicht man Menschen noch während der Berufszeit oder kurz nach dem Renteneintritt. Denn in dieser Phase ist die Offenheit für Neues besonders groß", sagt Motzek. Entscheidend ist, ehrenamtliches Engagement als Chance zu vermitteln – als Möglichkeit, eigene Erfahrungen einzubringen, Sinnvolles zu tun und neue soziale Kontakte zu knüpfen.
Damit (angehende) Ruheständler*innen sich im Ehrenamt wohlfühlen, braucht es passende Rahmenbedingungen: Aufgaben, die zu ihnen passen, zeitliche Flexibilität und echte Wertschätzung. „Wichtig ist, dass Ehrenamtliche sich als geschätzte Partner erleben, deren Zeit und Expertise Anerkennung finden", betont Tom Motzek.
Wie Sie die Generation 55+ gezielt ansprechen und für Ihre Initiative oder Ihren Verein gewinnen können, erfahren Sie in dem Online-Seminar(Angehende) Ruheständler*innen fürs Ehrenamt gewinnen – Impulse für Initiativen und Vereine am 20. Mai 2026.

