Einem Bewerber rechtzeitig antworten, neue Mitarbeitende gut einarbeiten und Teams langfristig halten – das ist in sozialen Organisationen heute oft leichter gesagt als getan. Zeitknappheit, Fachkräftemangel und Veränderungsdruck sind ständige Begleiter.
Das beobachtet auch Anne Engelshowe, Expertin für Employer Branding in sozialen Organisationen: „Was ich aktuell in vielen sozialen Organisationen erlebe, sind keine einzelnen Stolpersteine, sondern eine dauerhafte strukturelle Überlastung. Personalmangel, steigende fachliche Anforderungen und wachsende Erwartungen treffen auf begrenzte Ressourcen – und das über einen langen Zeitraum. In diesem Kontext wird Mitarbeitendenbindung besonders anspruchsvoll. Nicht, weil es an Haltung oder Engagement fehlt, sondern weil Zeit für Führung, Kommunikation und bewusste Organisationsentwicklung knapp ist. Dreh- und Angelpunkt sind dabei die Führungskräfte, die eine zentrale Rolle für Orientierung und Bindung spielen, jedoch häufig zu wenig Unterstützung erfahren. Genau hier braucht es gezielte Führungskräfte- und Organisationsentwicklung – Räume für Reflexion, Klarheit und realistische Ansätze, die im Alltag tatsächlich tragfähig sind.“
KI im Personalmanagement – Chancen erkennen und nutzen
Solche realistischen Ansätze für die Personal- und Organisationsentwicklung sieht die systemische Coachin, Trainerin und Dozentin unter anderem in der Anwendung von KI, die vor allem unterstützend wirken soll. Das ist jedoch kein Selbstläufer: „In der Sozialwirtschaft, in der Menschlichkeit und Beziehungen im Zentrum stehen, ist eine gewisse Skepsis gegenüber KI nachvollziehbar. Genau deshalb lohnt sich aber auch ein genauer Blick auf die Chancen. Nicht als Technikspielerei, sondern als Werkzeug, das im Alltag Entlastungen bringen kann: bei Routinen, in der Kommunikation, bei der Strukturierung komplexer Aufgaben.“
KI wird damit unter anderem ein Werkzeug für die Personalgewinnung und -bindung. Am 15. April 2026 zeigt Anne Engelshowe im Online-Seminar „KI im Personalmanagement“, wie intelligente Tools im Recruiting, im Onboarding und in der Kommunikation eingesetzt werden können. Teilnehmende erhalten einen Überblick über aktuelle Anwendungen, erleben Praxisbeispiele und reflektieren den verantwortungsvollen Umgang mit neuen Technologien. Dabei, so die Dozentin, gehe es nicht darum, Menschen zu ersetzen oder Entscheidungen zu automatisieren, sondern darum, Orientierung zu gewinnen und handlungsfähig zu bleiben.
Bleibekultur gestalten – Mitarbeitende halten, Zukunft sichern
Während KI bei der Personalgewinnung für Entlastung sorgen kann, kommt es bei der langfristigen Mitarbeiterbindung vor allem auf die Haltung an. „Klassische Maßnahmen der Mitarbeitendenbindung setzen häufig auf Benefits, die vor allem extrinsisch motivieren. Organisationen geraten dabei schnell in eine Spirale nach dem Motto ‚höher, schneller, weiter‘,“ erläutert Anne Engelshowe. „Eine echte Bleibekultur setzt tiefer an – bei der intrinsischen Motivation von Menschen: Fühlen sich Mitarbeitende gesehen, ernst genommen und selbstwirksam? Haben sie Klarheit, Orientierung und Entwicklungsmöglichkeiten?“ Diesen Fragen widmet sie sich im Online-Seminar „Bleibekultur gestalten – Mitarbeitende halten, Zukunft sichern“ am 22. und 28. April 2026. Fach- und Führungskräfte lernen, wie sie Schlüsselfaktoren wie Führung, Kommunikation, Sinn und Zugehörigkeit gezielt stärken und in ihrer Organisation als Bausteine für einen starke Bleibekultur verankern können.
